
Waldorfpädagogik schon vor der Schulzeit - im Kindergarten
Leitender Grundsatz der Früherziehung, wie sie in den Waldorfkindergärten geübt wird, ist die Nachahmung. Die Umgebung des Kindes soll so eingerichtet werden, dass sie anregend wirkt, ohne zu zwingen. Erzählungen und kleine darstellende Spiele fördern die Sprachkraft. Einfache Tätigkeiten des häuslichen Lebens oder handwerkliche Arbeiten werden vor oder mit den Kindern ausgeführt. Es wird gesungen, musiziert, gemalt, mit Knetwachs modelliert; es gibt Reigenspiele und Eurythmie. Großer Wert wird auf die Pflege des freien Spiels gelegt, wobei einfache Naturmaterialien benutzt werden, die das Kind durch sein Spielen phantasievoll beleben und nach seinen eigenen Einfällen umformen kann.
Die Schulzeit
Alle Schüler und Schülerinnen durchlaufen ohne Sitzenbleiben 12 Schuljahre. Der Lehrplan der Waldorfschulen ist auf die Weite der in den Kindern liegenden seelischen und geistigen Veranlagungen und Begabungen ausgerichtet. Deshalb tritt vom ersten Schuljahr an neben die mehr sachbezogenen Unterrichtsgebiete ein vielseitiger künstlerischer Unterricht. Durch diesen werden die für den einzelnen Menschen wie für die Gesellschaft wichtigen schöpferischen Fähigkeiten und Erlebniskräfte gefördert.
Was ist Waldorfpädagogik?
Die Freien Waldorfschulen führen ihren Namen nach der im Jahr 1919 in Stuttgart eröffneten Schule, die von Emil Molt, dem Inhaber der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik gegründet wurde. Sein Ziel war es, den Kindern seiner Arbeiter eine bessere Lebenschance zu bieten, denn die soziale Frage schien ihm letztlich eine Bildungsfrage zu sein. Er bat nunRudolf Steiner eine pädagogische Grundlage für die neue Schule zu schaffen. Die Pädagogik der Waldorfschule baut auf seine Menschenkunde auf. Diese zeigt die geistige, seelische und körperliche Entwicklung des jungen Menschen in den verschiedenen Altersstufen und die ihr innenwohnenden Gesetzmäßigkeiten auf. Der Lehrplan berücksichtigt demgemäß die verschiedenen Stufen der menschlichen Entwicklung in Kindheit und Jugend.

