Rückblick Theaterkurs

Zeig mir dein Gesicht! Theater über Mobbing

Ist ein Opfer immer nur ein Opfer, und ein Täter immer nur ein Täter? Mit dieser Frage ist der Theaterkurs nach der süßen Basar- Puppentheateraufführung von „Das Häschen und die Rübe“ im Dezember 2016 in die neuen Proben gegangen. Wir haben Masken gebaut und jeden Mittwoch Nachmittag unser Theaterstück über Mobbing ein wenig weiterentwickelt. Bemerkenswert engagiert und begeistert haben fünfzehn Schülerinnen von der 4. bis zur 7. Klasse mit mir zusammen ein Stück erarbeitet, indem es darum geht, eine Mobbing Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Unser Schwerpunkt war herauszufinden, wie sich die gemobbte Schülerin aus der Opferrolle herausentwickeln kann, aber auch, was mit der mobbenden Schülerin passieren könnte, um die Täterrolle zu überwinden. Aufregend wurde es, als wir uns gemeinsam entschieden, uns bei der Schultheaterwoche zu bewerben, ein herausforderndes Ziel war geboren! Als wir im April die Theatergemeinde zu einer Probe eingeladen haben, zeigte sich diese sehr erfreut über das liebevolle soziale Miteinander der Schülerinnen…und tatsächlich wurden wir ausgesucht für die 35. Kölner Schultheaterwoche. Wir verdoppelten die Proben, übten Hip Hop mit einem professionellen Choreographen, die Arbeitsweise wurde intensiver und erforderte viel Disziplin, es kamen einige Extraproben dazu, wir gewannen zwei engagierte Mütter für die Elternrollen, probten an zwei Wochenenden mit professionellem Licht und Ton, und dann war es endlich soweit : Nach einer internen Schüleraufführung in unserer Schule, spielten wir am 4.7.2017 sehr erfolgreich unsere Premiere im Staatenhaus in der Kinderoper und ich kann nur sagen, ich war zutiefst berührt von den Schülerinnen und vom gesamten Team und danke euch allen für diese bemerkenswerte, kraftvolle und äußerst intensive Aufführung, in der alle nochmal über sich hinausgewachsen sind. Selten habe ich so viele emotionale Reaktionen nach einem Theaterstück erlebt. Das schönste für mich ist, dass „Zeig mir dein Gesicht“ eine wirkliche Teamarbeit war, eine große Gemeinschaft, in der jeder einen wichtigen Teil zu dieser schönen Arbeit beigetragen hat.

Julia von Tettenborn

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